Im Gehäus sich nährend von Datteln und Cannstatter Zuckerle könnte einer ewig sitzen überm Rund der ewigen Stadt. Reben sich reihend an Reihen von Reben. Vom vorbeischippernden Käpt’n winken sie aufgeräumt so einem Muschelkalk-Dionysos zu. Dann passieren wir die Travertinsäulen, abgestelltes Germania, entnazifizierte Akropolis. Zurück in der Stadt brennt der Marktplatz lichterloh in der Tag-Heuer-Hitze. […]
Einer schoss die Straße von Hummus frei mit Kirschtomaten, so träumte ich, in einer Märznacht. Einer goss im Pfälzerwald mein Glas mir voll Traum, erinnert, damals wahr. Einer legte Neil Young auf: „I am the Ocean“ Vintage-Klipsch legten Donner auf die trocknende Straße nach dem Aprilschauer; aus einem Fenster Bass – stark wie Jugend, übersteuert, […]
Im Januar frieren dir die Gebeine. Im Februar tanzt das Eis mit dem Schnee. Im März liegt die Katze in der Sonne. Im April tut es schon viel weniger weh. Im Mai steigt der Saft in die Stämme Im Juni hast du mal angerufen. Es war heiß damals an dem Tag. Im Juli war die […]
Es kommen riesige Regenmengen: die regnen nicht einfach, das wäre ja noch schöner, nein, sie DROHEN zu regnen. DROHEN ist das wichtigste Verb der deutschen Sprache: Ich drohe, du drohst, er /sie/es droht. Kein Wunder, wenn so vieles droht: Die verängstigte Gesellschaft verroht. Die Schönheit indes ist nicht auszutreiben der aus den Fugen geratenden Zeit. […]
Raumstation Januar: Nässe überfriert. Am Steuer des Schneepflugs glaubt einer, er sei Walter Röhrl im Audi Quattro; Sprung zur Seite, dies hier ist nicht Monaco. Eis glitzert wie ein lauerndes Krokodil, besser heute Abend zu Hause zu sein. Scheinwerfer der Normalbürger durchschneiden die Winternacht wie Laserkanonen; im Winterschlaf noch die, die da wohnen. Beim Sternsingen […]