Die Saharasanduhr steht auf drei Viertel März

Die Saharasanduhr steht auf drei Viertel März.

Augen gerieben vor Pollen und Schwefellicht –

und dann der Riss im Himmel – Farbattentat:

Auf das Yves-Klein-Monochrom spritzt

ein pubertärer Nordwest eine schamlose Riesenwolke – schneeweiß.

Die Frühblüher zucken merklich zusammen

unterm Polarwirbel.

Im Laubhaufen ist noch Ruhe.

Noch nicht ganz Zeit für das Igelerwachen

in dieser stachelig reizenden Zeit.

Harvest Moon

Da steht der alte Kamerad,

dieser Theaterscheinwerfer of sorts,

sehr selbstbewusst im Osten.

Wissend um sein nahendes Ende im Westen.

Die Nacht nur, nur die Nacht bleibt ihm – wie im Leben.

Ende besiegelt in den frühen Morgenstunden.

(Nur die schlaflosen Alten werden Zeugen sein!)

Bevor ein Boomer zum Kaffee wankt,

erlischt der Riese noch vor den Straßenlaternen.

Jahresringe

Im Januar frieren dir die Gebeine.

Im Februar tanzt das Eis mit dem Schnee.

Im März liegt die Katze in der Sonne.

Im April tut es schon viel weniger weh.

Im Mai steigt der Saft in die Stämme

Im Juni hast du mal angerufen.

Es war heiß damals an dem Tag.

Im Juli war die Tour de France.

Im August dann brach der Biberdamm.

Der September leuchtete famos.

Oktober war ein Dichterfest.

November eine Vernissage von Nebel.

Im Dezember nach den Weihnachtstagen und

einem ganzen Jahr

stieg wie Phönix aus Raketenasche

dann ein neuer Januar.

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