Das war das Land

Einer schoss die Straße von Hummus frei mit Kirschtomaten,

so träumte ich, in einer Märznacht.

Einer goss im Pfälzerwald mein Glas mir voll Traum,

erinnert, damals wahr.

Einer legte Neil Young auf: „I am the Ocean“

Vintage-Klipsch legten Donner auf die trocknende Straße nach dem Aprilschauer;

aus einem Fenster Bass – stark wie Jugend, übersteuert, Frühling Pubertät des Jahres,

das unseres werden würde.

So stand es enigmatisch einst auf den Trikots, im Duft der Reifen auf Asphalt:

How many Friends? She was hot! Shine on!

Quadrophonisch im Plattenladen, der Jeansboutique.

Mein Vater kauft mir den grünen Ledergürtel mit der riesigen Schnalle:

Ein gutes Geschäft – vom Café nebenan Kuchen zum Frühstück.

Das war das Land.

Die Saharasanduhr steht auf drei Viertel März

Die Saharasanduhr steht auf drei Viertel März.

Augen gerieben vor Pollen und Schwefellicht –

und dann der Riss im Himmel – Farbattentat:

Auf das Yves-Klein-Monochrom spritzt

ein pubertärer Nordwest eine schamlose Riesenwolke – schneeweiß.

Die Frühblüher zucken merklich zusammen

unterm Polarwirbel.

Im Laubhaufen ist noch Ruhe.

Noch nicht ganz Zeit für das Igelerwachen

in dieser stachelig reizenden Zeit.

Harvest Moon

Da steht der alte Kamerad,

dieser Theaterscheinwerfer of sorts,

sehr selbstbewusst im Osten.

Wissend um sein nahendes Ende im Westen.

Die Nacht nur, nur die Nacht bleibt ihm – wie im Leben.

Ende besiegelt in den frühen Morgenstunden.

(Nur die schlaflosen Alten werden Zeugen sein!)

Bevor ein Boomer zum Kaffee wankt,

erlischt der Riese noch vor den Straßenlaternen.

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