Dezembersturm

Morgendunkel

Scheinbar nachts erwacht

Vielmehr Tag schon als es scheint im höhligen Salzlicht

Atlantik in die Luft geschleudert

Vulcanus Lüfteschmied schlägt den Hammer auf die Läden

Kaffee: heiß-bitteres Glück in der Stunde Null

Gartenbäume entlaubt geben frei den Blick

In a deep and dark December

Modelleisenbahn auf sechzehn roten Räder-Pranken

lying out there like a killer in the sun

Schlaftrunkenes Lokomotiventier im Kupferlicht

Mach hoch die Tür, Lorient im El Niño-Wind

Wir werden schreiben, horrido, werden wir schreiben

Namasté

Ein Polyresin-Buddha grüßt friedfertig den Dezemberfrühling

Und Vögel singen am Morgen auf Brautschau und kahlen Ästen

Namasté! Namasté!

Die Hand – sich geben wollend – zuckt im letzten Moment wie

Phantomschmerz im Bein, das nicht mehr ist, wo es war

Rückt dann den Mundschutz zurück auf die Nase

Mund wie Nase, Jacke wie Hose

Sind klamm wie die Hand, wie der Fuß

Des Nachbarn Schmuck überstrahlt des Nachbarn Schmuck

Überglänzt ihn, überleuchtet die Konkurrenz, geborgen in der Schutzzone,

der Schmuck stammt aus der Zeit davor, übersommerte in den Kellern

Und in der Senke,

hinten, unter der pulsierenden Lichterkette,

hat einer einen Stapel Angst vergraben

Nur jeden zweiten oder dritten Moment scheint sie auf

in der Stille der Nacht