Veränderung des Lichts

Ein Abend Ende Juli, eine Wahrnehmung

von Veränderung des Lichts

wie eine Division durch nichts,

ungebeten, unerlaubt,

von den Bäumen, die noch grün belaubt,

umstanden in ihrer lichten Höhe:

Als streckten sie sich voller Sehnsucht

dem goldenen, blauen Himmel zu

oder vielleicht auch nur dem Nichts –

in der Veränderung des Lichts.

Aufstieg einer Wendung

Wann sagte einer eigentlich zum allerersten Mal

Alles gut?

Linguistisch Ellipse: Alles ist gut.

Dönerbuden-Syntax?

Taxifahrer-Alltagspoesie?

Alle Sprachgewalt geht vom Volke aus.

Fürchte dich nicht: Alles gut!

Phrase du wie Muttermilch

Instant-Ruhe aus dem Wort:

Rain On Me!

Alles gut – besser als früher, als

beinhartes Gestorbensein allemal.

Alles gut!

Ick liebe dir.

Let’s leave it at that!

Durch die Eisheiligen

Durch die Eisheiligen

bricht das Leben sich Bahn

und im Wahn

es sei Sommer

kommt die Schafskälte

die nur Menschen befällt

Die Schafe indes ihre Lämmer

säugen, die beäugen

die Kalte Sophie aus Sicht

ihrer Weide, der Wind fällt über

den Raps, die Wolkendecke

zieht einem einer über den Kopf

weg von den Gedanken

Die gehören da ganz hinten hin

auf den Kompost

da sollen verrrottend sie aufsteigen

zu klareren Höhen

Gefährlicher Sport

Paradox des Lebens

Regen spät in der Nacht (Insomnia Grammatica)

Regen spät in der Nacht:

Wer jetzt wacht

im Prasseln, im Ticken, sich

findet in Leuchtziffern,

der wird reflektiert

tausendfach im Widerschein

des Nachtlichts

an der Wand.

Regen spät in der Nacht:

Wer jetzt wacht

im Wald der Tiere, im Stroh, sich

windet in Wiederholung des Immergleichen,

Mantra der Morgenstunde,

der bringt zur Sprache, der setzt ins Wort.

Bildungshunger

21 Kilometer durch das Land,

wandernd auf der Suche nach sich selbst,

auf der Suche nach Antwort auf die Frage:

Was ist Kunst?

Ist Kunst auch das, was einer an eine Mauer sprüht?

Unter verwahrlosten Brücken: Ist das Kunst?

Aus der Hitze der Felder, Bäche begleiten den Durst.

Durst auch nach Kunst, was kann ihn stillen?

Einen Fuß setzen auf den Asphalt, der andere folgt.

Mehr Brücken, Fußgängerüberwege,

gemalt wird, wo das Unbewusste hungert,

das Nichtkommunizierenkönnen in bester

Watzlawick’scher Manier

kommuniziert als Ärgernis oder als Kunst?

Nach 21 Kilometern keine Antwort, nur Durst.

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